Die zeitnahe Versorgung von Schenkelhalsbrüchen hat sich nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zu verbindlichen Vorgaben für die Verfahrensabläufe in den Kliniken in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Das zeigt eine Auswertung, die auf dem Online-Portal „Qualitätsmonitor“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) veröffentlicht worden ist. Danach verringerte sich die Zahl der Krankenhaus-Standorte mit qualitativ auffälligen Ergebnissen bezüglich der fristgerechten Versorgung dieser Fälle mit einer Prothese um zwei Drittel – von 120 Kliniken im Jahr 2017 auf 42 Kliniken im Jahr 2021. Trotz dieser Verbesserung wurden 2021 immer noch 2.178 Fälle bundesweit in qualitativ auffälligen Kliniken operiert.
Gleichzeitig macht der „Qualitätsmonitor“ des WIdO transparent, dass es bei der zeitnahen Versorgung von Oberschenkelhalsbrüchen regional noch unterschiedlich großen Handlungsbedarf gibt: So hatten in Rheinland-Pfalz 2021 sieben Kliniken und damit 12,5 Prozent aller versorgenden Kliniken qualitativ auffällige Ergebnisse. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Thüringen waren dagegen an keinem Standort Auffälligkeiten zu verzeichnen. Der Anteil der Kliniken mit qualitativ auffälligen Ergebnissen war in den Häusern mit wenigen Fällen (1 bis 24 Fälle) mit 8,2 Prozent drei Mal so hoch wie in den fallzahlstarken Häusern (75 Fälle oder mehr) mit 2,7 Prozent.
Im Jahr 2020 machte der Qualitätsindikator „Präoperative Verweildauer“ 37,7 Prozent aller nach Stellungnahmeverfahren als qualitativ auffällig bewerteten Ergebnisse im Bereich der Hüftprothesenversorgung aus. Diese Verfahren finden zwischen Klinik und Fachexperten statt, wenn eine Klinik in der externen stationären Qualitätssicherung auffällig wird. Ziel ist es, die Ursachen für die Überschreitung der präoperativen Verweildauer zu klären. Wenn in diesem Verfahren Qualitätsprobleme identifiziert werden, gilt die Klinik als „qualitativ auffällig“ und muss dies auch in ihrem Qualitätsbericht ausweisen.
Quelle: Pressemitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vom 8. November 2023
